Helmut Kirchlechner
K R E I S B I L D E R

zeitgenössische Zeichnung — contemporary drawing
 
 
 


 
 
Ausstellungen und Beteiligungen


2010   Kunstraum Westend, Frankfurt am Main, 24. April - 21. Mai
          Haus Wiegand, München, 06. Juni - 27. Juni
          Museo Claudio Faina, Orvieto, Italien, 30. Juli - 15. August

2009   Kunstraum Kreuzberg Berlin
2008   Aspekte Galerie Gasteig München
2007   Akademie der Bildenden Künste München
2006   Galerie Kleines Theater Haar
2005   Kunstverein Friedberg/Hessen
2004   Forum Süddeutscher Verlag München
2003   Galerie Walter Storms München
2002   Galerie Klosterschule Glonn
2001   Galerie des Bezirks Oberbayern München
2000   Galerie im Torschloß Tettnang
1999   Ausstellungsraum Balanstraße München
1998   Haus 50 Domagkstraße München
1997   Schloss Schramberg
1996   Kunstverein Ebersberg
1995   Bahnhof Pasing
 
 
 

 


Galerie Klosterschule Glonn, Installationsansicht, Medien auf Bütten, 21x21 cm

  Forum Süddeutscher Verlag, Installationsansicht, leerer Kugelschreiber auf Bütten, 78x78 cm
  Hüthig-Jehle-Rehm Verlag, Installationsansicht, Konstellation auf Bütten, 78x105 cm
  Ateliergemeinschaft Schmellerstraße, Installationsansicht, leerer Kugelschreiber auf Bütten, 78x78 cm
 
Kunstverein Friedberg, Installationsansicht, Buntstift und leerer Kugelschreiber auf Bütten, 78x78 cm
 
D.A.S. Hauptverwaltung, Installationsansicht, leerer Kugelschreiber auf Bütten, 203x203 cm

 
 
 
Helmut Kirchlechner ist Zeichner. Auf kleine und große weiße Büttenpapiere zieht er Kreise, beginnend von Innen nach Außen, mit Bleistift, Farbstift, Kugelschreiber. Je nach Druckstärke erscheinen die spiralig gezogenen Kreise dreidimensional eingegraben oder erhaben, rau, faserig, auch farbig, glänzend. In der Wiederholung findet Helmut Kirchlechner seine bildnerische Ästethik (Wahr-Nehmung). Die Linien sind oft so fein, daß sie sich abheben und unstofflich werden, im Raum verschwinden, wie die sich entfernenden Klänge eines Saiteninstrumentes. Als Betrachter sehe ich auch Gestirne, Sternenstaub und unterliege dieser Verzauberung immer aufs Neue. In seinen Arbeiten sind Kreis und Quadrat (Format der Papiere) Maß und bildbauend, und, raumsuggerierend. Sich loslösend vom Grund, wenn sich die "Leere" in den visuellen Vordergrund schiebt, das "Gebilde" sich abhebt.

Dr. Ingeborg Wiegand-Uhl aus: Das Visuelle und die Imagination, Hrsg. Süddeutscher Verlag 2004
 
 
 
Das Faszinierende des künstlerischen Ansatzes von Helmut Kirchlechner ist in der Radikalität und Einfachheit des Konzeptes einerseits und der daraus entstehenden Konzentration und Intensität der visuellen Erscheinung andererseits begründet. Mögen die Beschränkung auf eine Form und eine fest umrissene Vorgehensweise zunächst als allzu große Einengung der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten erscheinen, so offenbart sich bei näherem Hinsehen und Einlassen ein unvermuteter Reichtum, der eine Vielfalt in Farbe, Technik und Materialqualität mit hoher energetischer Aufladung, meditativer Kraft und starker visueller Präsenz verbindet. Was die künstlerische Position von Helmut Kirchlechner auszeichnet, ist das Gegenteil von Beliebigkeit, nämlich Klarheit und äußerste Reduktion im Konzeptuellen, wodurch die sinnlichen Qualitäten der Arbeiten und ein nahezu unendliches Potential an Möglichkeiten nicht ausgeschlossen, sondern erst ermöglicht werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Form des Kreises nicht irgendeine Form ist, sondern die einfachste und zugleich vollkommenste Form, der höchste (Symbol-) Kraft innewohnt.

Johannes Kögler M.A., Kunsthistoriker, Friedberg, 1996–2006 Vorsitzender und künstlerischer Leiter des Kunstvereins Friedberg, seit 2009 Kurator des Kunstraums Westend in Frankfurt/M.
 
 
 
Es begann mit einer alten Blechschachtel, die ich wieder einmal öffnete. Sie war voll abgelegter Buntstifte, Bleistiftstummel, Kugelschreiber mit altmodischen Werbeaufdrucken, einigen Füllern und eingetrockneten Filzstiften. Ich hatte Zeit und setzte mich hinter ein großes Blatt Papier, um die Stifte auf Funktion und Qualität zu prüfen. Dabei entstanden aus einem inneren Rhythmus heraus unterschiedliche Spiralen, deren unmittelbare visuelle Sinnlichkeit durch den sonoren Klang der Stifte auf der Unterlage ergänzt wurde. Bei manchen Kugelschreibern musste ich viele Runden drehen, bis die Mine wieder ansprang. Allmählich kam mir der Gedanke, dieses Feld zu bearbeiten und zu kultivieren.
 
Helmut Kirchlechner, geboren 1965 in München, 1991-1998 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, Meisterschüler bei Professor Weißhaar, Studiengang "Farbliches und räumliches Gestalten, insbesondere an Kulträumen"
 
 
 
Die Münchner Kunst bewegt sich, durchaus lebendig, auf beachtlich hohem Niveau. Neben der unbestrittenen Bedeutung der institutionalisierten Kunst-Orte (Oper, Theater, Museen) sollte die wichtige Funktion dieser transitorischen Kunst, ihre Funktion als «kritisches Vehikel», daher in ihren Potentialen erkannt und entschieden gefördert werden.
 
Prof. Birgit Wiens aus: Stadt.Kunst, © 2001, Lindinger & Schmid Verlag, Hrsg. Heinz Schütz und Autoren
 
 
 

Passage Pasing, 1995-2000, © Helmut Kirchlechner
 
 
 
Fotos:
Michael Kayser, Ulrich Schmitt, Uwe Jonas
 
Kontakt:
kirchlechner@t-online.de
 
 
© 2001-2010 Helmut Kirchlechner   Alle Bilder und Texte sind geschützt.